Forschungsaufenthalt an der UFSM in Santa Maria, Brasilien
Vom 8. bis 12. Juni 2026 reiste eine Delegation des LENA-Lehrstuhls der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erneut zur Universidade Federal de Santa Maria (UFSM) in Brasilien. Der Aufenthalt fand wie im Vorjahr im Rahmen des von DAAD und CAPES geförderten Forschungsprojekts PROBRAL statt, das gemeinsam von UFSM, Unisinos und der OVGU getragen wird.
Im Mittelpunkt der Woche stand die Weiterentwicklung des PROBRAL-Projekts. Von deutscher Seite nahmen Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter, João Cipriani, Artem Kashtanov, Christoph Sauer und Christoph Andres teil. In mehreren intensiven Arbeitssitzungen wurde der aktuelle Stand des Projekts vorgestellt, gemeinsam diskutiert und dabei auch offen über bestehende Limitationen und Herausforderungen gesprochen. Die Verbindung zwischen den beiden Seiten ist bereits gut etabliert, lokale Co-Simulationen laufen erfolgreich, und für die kommenden Monate sind gemeinsame Case Studies vorgesehen, die das Projekt weiter voranbringen sollen. Als Ergebnis der Woche wurde ein konkreter Meilensteinplan für das kommende Jahr bis zum nächsten Treffen in Brasilien festgelegt; zudem wurde vereinbart, welche Mitarbeitenden welche Aufgaben übernehmen und im Rahmen eines Forschungsaufenthalts nach Deutschland kommen werden.
Begleitet wurde das PROBRAL-Treffen von zwei weiteren Programmpunkten, die der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit gewidmet waren. Beim Workshop CCBRAL zur Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland stellten Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter und Dr.-Ing. Mauro Dos Santos Ortiz die langjährige Zusammenarbeit zwischen OVGU und UFSM vor, darunter die bisherigen PROBRAL-Projekte sowie erfolgreich abgeschlossene Cotutelle-Promotionen; auch das bereits laufende Projekt der Deutsch-Brasilianischen Ingenieursakademie (DeBraIA) wurde in diesem Rahmen vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Woche fand zudem ein eigener Termin zur DeBraIA statt, bei dem Prof. Dr.-Ing. Roberto Leidhold, Prodekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik (FEIT) der OVGU, gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter und Dr.-Ing. Mauro Dos Santos Ortiz das Studienangebot der OVGU sowie die Möglichkeiten eines Doppelabschlusses im Rahmen der DeBraIA vorstellte. Im Rahmen des Programms befinden sich bereits zwei UFSM-Masterstudierende an der OVGU; perspektivisch besteht zudem Interesse, weitere Fachbereiche wie zum Beispiel den Maschinenbau in die Kooperation einzubinden. Im Rektorat der UFSM wurde außerdem ein Kooperationsabkommen zwischen der UFSM und der TU Dresden unterzeichnet, die damit künftig als weiterer Partner in die Zusammenarbeit eingebunden wird.
Neben PROBRAL und DeBraIA rückte in dieser Woche auch ein drittes Themenfeld der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit in den Fokus: die Teilentladungsmessung, zu dem die OVGU und UFSM bereits seit längerem fachlich kooperieren. Im Rahmen des Treffens in Santa Maria untersuchten Kaynan Maresh und Christoph Andres gemeinsam mit Prof. Dr. Aécio de Lima Oliveira (LAPES) und Prof. Dr. Vitor Cristiano Bender (IEM) Teilentladungen an unterschiedlichen Betriebsmitteln, sowohl im Feld als auch im Labor. Im Umspannwerk wurden Mittelspannungskabel und Stromwandler mit HFCT-Prototypen gemessen, im Hochspannungslabor des IEM ein Spannungswandler sowie ein Leistungstransformator, ebenfalls unter Einsatz von OVGU-Prototypen. Der fachliche Austausch wurde von allen Beteiligten als sehr ergiebig beschrieben, und es konnten bereits vielversprechende erste Ergebnisse erzielt werden. Das Treffen legte damit wichtige Grundsteine für die weitere gemeinsame Zusammenarbeit in diesem Projekt zwischen UFSM und OVGU.
Über die fachlichen Sitzungen hinaus bot der Aufenthalt vielfältige Gelegenheiten zum Austausch, auch mit Studierenden, die am IEM und LAPES der UFSM tätig sind. Insgesamt war die Woche für alle Beteiligten erfolgreich und produktiv: Sowohl im PROBRAL-Projekt als auch in der neuen Kooperation zur Teilentladungsmessung konnte die Zusammenarbeit zwischen OVGU, UFSM und den weiteren Partnern gefestigt und um konkrete nächste Schritte ergänzt werden. Ein besonderer Dank gilt den verantwortlichen Organisatoren auf beiden Seiten für die hervorragende Vorbereitung und Koordination der Woche sowie den zahlreichen Studierenden und Mitarbeitern der UFSM, deren tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der Agenda maßgeblich zum Gelingen des Aufenthalts beigetragen hat.



















